Commodore Plus/4

Früher als Commodore 264 bekannt, hat der Plus/4 64K Speicher, ein Gehäuse mit einer recht modernen Tastatur und 4 im ROM eingebaute Produktivitätsanwendungen, was ein integriertes Bürosystem ergibt: ein Textverarbeitungsprogramm, eine Tabellenkalkulation, ein Grafikgenerator und eine Datenbank. Da diese Programme Platz brauchen, führte Commodore die 1551 ein – ein spezielles schnelleres Diskettenlaufwerk, das an den Plus/4-Benutzerport angeschlossen wird (im Gegensatz zum C16 hat der Plus/4 einen). Mit diesen Spezifikationen hatte der Commodore Plus/4 die Gelegenheit, ein beliebter Heim- und Bürocomputer zu werden.
Aber die Wahrheit war grausam: der Plus/4 war ein weiterer Misserfolg von Commodore. Er hatte 64K, aber mit einer kleinen Software-Bibliothek war es schwer, es produktiv zu nutzen. Die Tastatur war ergonomischer und verwendete schließlich separate Pfeile, aber im Inneren war eine Gummimembran, die sich nach einem Jahr Benutzung abnutzte.
Die eingebaute Software war weniger wert als ihr ROM-Chip. Ein Textverarbeitungsprogramm, das nur 100 Textzeilen im 40-Spalten-Modus bearbeiten kann, eine Tabellenkalkulation mit 17×50 Zellen, verdammt langsam, langsamer als die bestehende Tabellenkalkulationen für den VC-20, ein Grafikgenerator… mit Textmodus, während gute Grafikmodi unbenutzt blieben, und eine Datenbank: mit maximal 999 Datensätzen und Feldgrenzen. Das neue Diskettenlaufwerk war zwar schneller als serielle Laufwerke, aber nicht so schnell, um den C64 mit seinen Turbo-/Parallelmodi zu überholen.
Schließlich versuchte Commodore ohne Erfolg, C264s in Ungarn zu verkaufen. Einige polnische Schulen kauften es, um Büroanwendungen zu unterrichten (Apple Macintosh mit seinen schönen Produktivitäts-Suiten war viel teurer und schwieriger zu bekommen), aber sie wurden nicht benutzt, nachdem man ihre wirklichen Fähigkeiten gesehen hatte.
In ersten Einheiten mit frühen Mainboard-Überarbeitungen fügte Commodore dem Mainboard mit 3 ROM-Chips zwei weitere Sockel hinzu. Vielleicht hofften sie, dass jemand etwas Besseres als ihre „Büroanwendungen“ schreiben würde?
Ausstellungsstück
Der Rechner im Museum ist im Originalzustand und die Spiele werden von Kassette geladen.
| Hersteller: | Commodore |
| Modell: | Plus/4 |
| Herkunft: | USA |
| Erscheinungsjahr: | 1984 |
| Produktionsende: | 1989 |
| Stückzahl: | 827.000 |
| Prozessor: | MOS 7501 |
| Taktfrequenz: | 0.89MHz |
| RAM: | 64 kB |
| ROM | 64kB (Basic + applications) |
| Betriebssystem: | Commodore BASIC, applications |
| Grafikchip: | MOS Technology TED 8360 |
| Farben: | 121 |
| Anzeigemodi: | Text: 40x25 Graphics: many, best 320x200. |
| Soundchip: | TED 8360 |
| Sound: | 2-channel chip |
| Tastatur: | 67 Tasten (QWERTY oder QWERTZ), die mehrfach belegt sind, Funktionstasten sind schon vorbelegt |
| Laufwerk: | Tape recorder External 5.25" floppy disk drive Cartridge slot |
| I/O: | Serial User port Tape connector Monitor connector Cartridge port RF Modulator 2 Joystick ports |
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