
Der 1980 vorgestellte Game & Watch war Nintendos erster großer weltweiter Erfolg im Bereich elektronischer Spiele und legte den Grundstein für die spätere Handheld-Dominanz des Unternehmens. Die Idee dazu hatte Gunpei Yokoi – derselbe Entwickler, der später auch den Game Boy erschuf –, als er in der Shinkansen einen gelangweilten Geschäftsmann beim Herumspielen mit einem Taschenrechner beobachtete.
Anders als spätere Handhelds war jedes Game & Watch fest auf ein einziges, unveränderliches Spiel programmiert, kombiniert mit einer Digitaluhr und – ab der Gold-Serie – einer Weckfunktion. Über elf Jahre hinweg erschienen insgesamt 59 reguläre Modelle (plus eine seltene 60. Variante) in elf verschiedenen Baureihen: von den ursprünglichen Silver- und Gold-Modellen über die breiteren Wide-Screen-Geräte bis zu den Multi-Screen-Modellen mit zwei LCD-Displays im Klappgehäuse – letztere gelten als direkte gestalterische Vorläufer des späteren Nintendo DS.
Technisch waren die Geräte bewusst simpel gehalten: Ein 4-Bit-Prozessor aus Sharps SM5xx-Familie steuerte direkt ein segmentbasiertes LCD an, ganz ohne echte Pixelgrafik. Diese Einfachheit sorgte für äußerst lange Batterielaufzeiten und niedrige Herstellungskosten – ein Konzept, das Yokoi später bewusst auf den Game Boy übertrug. Mit rund 43,4 Millionen verkauften Einheiten wurde Game & Watch zu einem der prägendsten frühen Erfolge der Videospielgeschichte, bevor die Serie 1991 eingestellt wurde.
| Hersteller: | Nintendo |
|---|---|
| Modell: | Game & Watch (Serie, 59–60 Modelle in 11 Baureihen) |
| Herkunft: | Japan |
| Erscheinungsjahr: | 1980 (erstes Modell: “Ball”, Silver-Serie) |
| Produktionsende: | 1991 |
| Stückzahl: | ca. 43.400.000 (gesamte Serie) |
| Prozessor: | Sharp SM5xx-Familie (4-Bit, u. a. SM5A/SM510/SM511/SM512) |
| Taktfrequenz: | ca. 100 kHz |
| RAM: | 65 Byte (verteilt auf 4 Speicherbänke) |
| Grafikchip: | kein separater Chip — LCD-Ansteuerung direkt im SM5xx integriert |
| Farben: | monochrom, teils mit farbigem Hintergrunddruck hinter dem Display |
| Anzeigemodi: | segmentbasiertes LCD (keine Pixelgrafik), Größe je nach Baureihe unterschiedlich |
| Soundchip: | im SM5xx integriert |
| Sound: | einfacher Piezo-Summer |
| Speicher/ROM: | 1.792 Byte Mask-ROM (Spiel fest einprogrammiert, kein Wechselmodul) |
| I/O: | je nach Modell 2–4 Steuertasten, ALARM-Taste, ACL-Reset-Taste |
| Besonderheit: | zusätzliche Uhr- und Weckfunktion (ab Gold-Serie), Vertical/Horizontal Multi Screen mit zwei LCD-Displays als Vorläufer des Nintendo DS |
| Stromversorgung: | 2× Knopfzellen (LR44/SR44), Batterielaufzeit ca. 6–18 Monate |